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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Wir leben in schwierigen Zeiten. Terror in Paris, Ausnahmezustand in Brüssel, selbst die Wiener Linien haben die Terrorwarnstufe 2 ausgerufen. Das bedeutet für Journalisten kritisch bleiben, aber keine Panik verbreiten.

Oder man macht es wie der Standard vergangenen Montag. Da spielte Standard-Kolumnist Gerfried Sperl Geheimdienst. "Wer dieser Tage zu abendlichen Beginnzeiten an der Oper vorbeispaziert, merkt jedenfalls keine verstärkte Präsenz der Polizei", kritisiert Sperl und wundert sich: "Die österreichische Polizei scheint nicht zu glauben, dass die Wiener Oper ein Terrorziel sein könnte." Dabei habe das der Schriftsteller Josef Haslinger vor 20 Jahren im Roman "Opernball" beschrieben. Also fordert der Standard: "Den Opernball 2016 sollte man absagen." Dafür reicht ihm die Vermutung, Islamisten mögen keine Opernhäuser. Verbreiten wir ruhig Panik. Hauptsache, der Standard darf Terrorexperte spielen.


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