Sport Glosse

Match oder nicht Match, das ist jetzt die Frage

Stadtleben | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Jetzt reden sie über Sicherheitsvorkehrungen, wenn sie über Fußball reden. Die Zeiten, da beim Stadionbesuch die größte Sorge war, ob das alkoholfreie Bier mit der Würde des Mannes vereinbar sei, sind vorbei. Schon rufen sie nach Körperscannern beim Stadioneingang, und die deutsche Bundesliga hat kein Fadgasproblem mehr mit der Überlegenheit des FC Bayern.

Der erste Impuls ist, zum Match zu gehen und zu zeigen, dass einem Kriminelle keine Angst machen. Der zweite Gedanke ist: Das Risiko kann ich keinem Kind zumuten. Was tun? Angstfrei zu Hause sitzen? Profitiert die Flachbildschirmindustrie? In so einer verkrampften Talk-Runde über Gewalt im Namen Allahs waren die aggressiven Christen zum Fürchten. Schriftsteller Michael Ley verlangte einen Zaun um Europa, um "unsere" Kultur zu schützen. Ich wollte mich eher vor und nicht mit Ley schützen lassen. Bischof Andreas Laun wollte von einer muslimischen Philosophin die Aufrufe zum Verbrechen im Koran bestätigt haben. Das Gute ist, dass man solche Typen, Ley und Laun, nicht beim Match trifft. Das erleichtert die Entscheidung.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige