Basics Grundkurs Kochen (324)

Hühnersuppe nennt man in Wien zu Recht jüdisches Penicillin

Stadtleben | BT | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Im großen "Sacher-Kochbuch" (dem alten, dicken, klassischen, nicht dem neueren, schicken) steht sie als "Hühnerbouillon". Österreichs beste Köchin Johanna Maier führt sie unter "Geflügelfond". Die Hühnersuppe ist ein so einfaches wie grundlegendes Gericht für jeden Haushalt. In ihrer Urform ist sie ein echter Klassiker, gerade jetzt, wenn es spät, aber doch richtig winterlich wird und die Grippe sich ankündigt.

Im Rückenmark des Hendls sollen sich entzündungshemmende Stoffe befinden, die beim Kochen freigesetzt werden. Deshalb nennt man die Hühnersuppe auch "jüdisches Penicillin". Alles, was man für die naturnahe Selbstmedikamentation braucht, ist groß geschnittenes Suppengemüse (zwei Karotten, eine halbe Staudensellerie, eine halbe Knollensellerie, eine halbe Lauchstange), Suppengewürz (ein bis zwei Lorbeerblätter, einige Petersilstängel, zehn Pfefferkörner und einen halben Esslöffel Salz) sowie ein Suppenhuhn.

Ein Suppenhuhn ist eigentlich ein altes Huhn, es in Wien zu bekommen, ist schwierig. Ein Bio-Huhn tut's auch, die von "Ja! Natürlich" sind besonders gut, weil nicht maislastig (was der Suppe unangenehme gelbe Fettaugen beschert). Alles (samt Innereien und Hals) in einem sehr großen Topf mit so viel Wasser, dass das Hendl bedeckt ist, aufsetzen und ganz sanft zwei Stunden lang simmern lassen. Dann durch ein feines Sieb abgießen - und gesund werden!

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