Kalifat Live

Mit Hochglanzmagazinen und perfekt geschnittenen Dokus verführt und radikalisiert der IS Jugendliche im Westen. Hinter der Propaganda steckt auch ein Österreicher

Medien | Bericht: Lukas Matzinger | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015


Foto: Screenshot

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Am Titelblatt die Toten. Seite zwei Inhaltsverzeichnis, Seite drei Vorwort. Sie schreiben von französischen Kreuzzüglern, die sich in Sicherheit wähnten, von gesegneten Angriffen durch acht Ritter und von einem Albtraum, der jetzt erst begonnen hat. Vier Tage sind seit den Terroranschlägen in Paris vergangen, als die Medienabteilung des IS dieses Magazin veröffentlicht.

Es sind Geschichten der Gewalt und der Gegner, die dann auf 66 Seiten erzählt werden, Geschichten der Rache und der Gnade. Ein Narrativ des bekämpften Islam, der sich endlich zur Wehr setzt, verpackt in ziemlich feines Storytelling. Das mehr will, als Chaos zu schaffen, nämlich an vielen Stellen religiöse Erfüllung und Lebensglück in Aussicht stellt. Es folgt ein Interview mit einem Dschihad-Kämpfer und eine Bilanz der „Militäraktionen“. Stolz präsentieren sie die Schweppes-Dose, in der sie den Sprengstoff in das abgestürzte russische Flugzeug gebracht haben, und rühmen sich mit zwei toten Geiseln, aus China und Norwegen, die sie in der Oktober-Ausgabe noch mit Kontaktnummer zum Freikaufen angeboten haben.


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