Causa ORF-Scheinselbstständige: Der erste Prozesstag

Drei Cutter klagen eine ORF-Partnerfirma. Die Verhandlung gibt Einblick in die sonderbare Praxis des Österreichischen Rundfunks

Medien | Bericht: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Im März konnte Harald Albeseder noch feiern. Er hatte sich als Kandidat für den ÖVP-nahen Wirtschaftsbund bei der burgenländischen Wirtschaftskammerwahl aufstellen lassen. Seine burgenländischen Kollegen wählten ihn zum Vorsitzenden für die Fachvertretung der Film- und Musikwirtschaft.

Am Freitag, dem 13. November, sitzt der Vorsitzende vor dem Richter im Arbeitsgericht Wien. Drei Cutter, die er einst beschäftigte, haben ihn geklagt. Wie der Falter bereits berichtete, könnten sie und zig andere Kollegen über Jahre hinweg als Scheinselbstständige beschäftigt worden sein. Arbeitgeber Albeseder könnte sich so allein bei den drei Klägern einen sechsstelligen Eurobetrag an Sozialversicherungs- und Sonderzahlungen erspart haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Richter beginnt seine Befragung grundsätzlich: Wie viele Arbeitnehmer Albeseder von 2007 bis heute beschäftigt habe?"Circa 110", antwortet er, davon etwa ein Drittel Cutter, dazu Kameraleute, Ton-und Bildmeister. Seien


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