Prolog zum Flüchtlingsdrama

Mit der Besetzung der Votivkirche durch Asylwerber erzählt "Last Shelter" ein Stück Zeitgeschichte

Feuilleton | Filmkritik: Michael Omasta | aus FALTER 48/15 vom 25.11.2015

Kurz vor Weihnachten, am 18. Dezember 2012, besetzten Asylwerber die Votivkirche in Wien. Der neogotische Sakralbau aus mürbem Sandstein, für Denkmalschützer eine Dauerbaustelle, passt gut als Sinnbild für die österreichische Flüchtlingspolitik: auch sie ein Fall der konstanten Überforderung - in politischer, behördlicher und nicht zuletzt menschlicher Hinsicht.

Während sich die Kamera gemessenen Tempos durch die Kirche bewegt, ihre Architektur, Einrichtung und Fenster zeigt, ist aus dem Off eine Reihe von Statements zu vernehmen, die in Kurzform die Ereignisse jenes Winters in Erinnerung rufen - bis hin zu Wiens Kardinal Schönborn, der auf die Notwendigkeit der baldigen Räumung des Refugee-Camps in einem der Seitenschiffe hinweist.

"Wir respektieren die Kirche wie unsere Moschee", sagt einer der 63 Besetzer, von denen die meisten aus Afghanistan oder Pakistan stammen. Sie alle haben bereits einen negativen Asylbescheid erhalten, und für sie alle ist die Votivkirche zur letzten


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