Einzigartiges Chorprojekt: Bei Styria Cantat hört man neueste Chormusik

Lexikon | Vorschau: Herbert Schranz | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Zum 50. Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils findet das in Österreich einzigartige Chorprojekt Styria Cantat mit Kirchenmusik seinen Abschluss. Diese Sparte fehlte noch im seit 2007 aufgespannten Panoptikum zeitgenössischer vorwiegend österreichischer Chormusik, das in nun acht Partiturbänden dokumentiert vorliegt. Es handelt sich um 115 Auftragskompositionen für die verschiedensten Bereiche der A-cappella-Musik. Die Zielsetzung war von Anfang an auch pädagogisch: Engagierte Chorleiter und -leiterinnen sollen mit ihren Chören mit Musik in Kontakt kommen können, die erheblich vom angestaubten Dur-Moll-tonalen Erbe abweicht. Das ist Lust erweckend bei Kindern wie auch bei Senioren in Laienchören und beeindruckt das Publikum stärker, als es vielen vermeintlich pragmatischen Veranstaltern bewusst ist. Gerade Chormusik wirkt über frühe Schulkontakte in eine breite Mitte der Gesellschaft. "Die Chorleiterausbildung findet viel zu wenig anhand neuer Literatur statt", befindet Gertrud Zwicker, künstlerische Leiterin von Styria Cantat und selbst einstige Chorleiterin.

Das aktuelle Projekt "Konzilstexte als Chormusik" hat der Bischofsvikar für die Caritas und Künstler Hermann Glettler theologisch beraten. Neben fünf Chören aus Graz werden Chöre aus Hartberg und Admont im Dom zu hören sein und abschließend für Florian Geßlers Stück "Lumen Gentium" zusammenkommen. Gertrud Zwicker wünscht sich ein Fortleben des mit großem Aufwand in der Steiermark angestoßenen Projekts Neue Chormusik in den anderen Bundesländern der "Musiknation".

Dom, Graz, Mo 19.30


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