Tschetschenen und Dschihad

Mädchen stehen auf sie, Burschen fürchten sie. Wer sind die Fremden, die einst aus dem Kaukasus geflohen sind?

Politik | Bericht: Nina Brnada | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

An der Brigittenauer Lände im 20. Bezirk im Souterrain eines Gemeindebaus, das der SPÖ einst als Parteilokal diente, ist heute ein tschetschenischer Kampfsportklub. In einem Raum sind dicke Matten und Boxsäcke, im zweiten reihen sich alte Schultische aneinander. An diesen tagt jede Woche der Rat der Tschetschenen.

Darunter sind Männer wie Adam Bisaev, der Betreiber des Kampfsportlokals, Schal, Sakko und Charme, aber auch Männer mit Rauschebärten und Goldzähnen, die zwar freundlich nicken, Frauen aber nicht die Hand reichen, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt.

Der Tschetschenenrat ist zwar von Landsleuten gewählt, aber eine informelle Organisation, in der Belange besprochen werden, die für die österreichischen Tschetschenen eine wichtige Rolle spielen. Das ist in den vergangenen Jahren seit dem Ausbruch des Krieges in Syrien vor allem ein Thema: die tschetschenische Jugend und der radikale Islamismus.

Der Rat repräsentiert die rund 30.000 Tschetschenen, die in Österreich leben.


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