Gottes Werk und Österreichs Beitrag

Es wird knapp, aber die Menschheit kann die Erde noch retten. Was kann unser Land dafür tun?

Falter & Meinung | Kommentar: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Treffen sich zwei Planeten. Fragt der eine: "Wie geht' s?" Sagt der andere: "Mir ist speiübel. Ich glaub, ich hab Homo sapiens." Sagt der erste: "Mach dir nichts draus, das geht schon vorbei."

Der Witz ist alt, das Problem noch älter: Wir Menschen setzen unserem Planeten zu, ein Ende ist nicht abzu sehen. Denn das Klima ist ein politisch schwieriges Thema. Es wird emotional nicht akut. Nach den Terroranschlägen in Paris auf die Satirezeitung Charlie Hebdo schnürte die österreichische Regierung schnurstracks ein Sicherheitspaket, 288 Millionen schwer. Als der Terror erneut Paris heimsuchte, stellten SPÖ und ÖVP wenige Wochen danach das Staatssicherheitsgesetz vor.

Bei der Umwelt ist das anders. Die Warnung vor dem langfristigen Weltuntergang ist zu einem Zustand des Daueralarms geworden, man hört die Sirenen nur noch wie einen Tinnitus als lästiges Hintergrundgeräusch. Es gibt keine Ermordeten in Redaktionen, keine Leichenberge auf Musikkonzerten. Der Klimatod kommt schleichend.


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