Nüchtern betrachtet

Massenhaft Materie macht melancholisch

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Kinder können nicht nur urkindisch sein, sie sind generell ziemlich doof. Wenn man den Kakao aus ihrem Schlabberschutzschnabeltässchen in eine Salatschüssel leert, glauben die original, dass der Kakao weniger wird. Erst mit fünf Jahren beginnen sie, das Prinzip der Mengeninvarianz zu checken. Tatsächlich steht dieses physikalische Grundwissen selbst bei vielen Erwachsenen auf tönernen Beinen. Wenn vor meinen Augen jemand ein Seidl Bier in einen Maßkrug leert, werde ich traurig.

Und immer wieder kann man beobachten, wie Individuen, die vom Rest der Welt eindeutig als "Arschloch, männlich, circa einsneunzig und nicht unter 25 Kilo Übergewicht" taxiert werden, versuchen, Busse zu besteigen, in die klar ersichtlich keine Sektflöte mehr reinpasst. Eine andere Variante der Festkörper-Hohlraum-Relations-Problematik stellt die Auflösung von Wohnungen dar, die man behalten hat, weil es da noch so viel Zeug gibt und eines Tages vielleicht die Tochter einziehen will. Dann zieht die Tochter


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