Neue Bücher

Lyrik: einmal prall, einmal reduziert

Feuilleton | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Die Rede, dass niemand mehr Gedichte liest, hat auch schon einen Bart. Gehör finden Lyriker heute durchaus. Gerade in der jungen Generation dichtet kaum jemand einsam in seiner Stube vor sich hin, man ist auf Lesebühnen wie im Internet sehr aktiv. Mit der von der Literaturwerkstatt Berlin gestarteten Initiative Babelsprech gibt es seit ein paar Jahren auch eine Plattform, die die wichtigsten jungen lyrischen Stimmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz versammelt.

In der Anthologie "Lyrik von Jetzt 3" präsentiert sie 84 Dichterinnen und Dichter unter 35. Die Bandbreite ist riesig: Es finden sich unter den Jungen auch wieder Lyriker, die den Schnee betrachten und in sich hineinhorchen; andere experimentieren mit typografischer Gestaltung und dem Weißraum der Seite; wieder andere bemühen sich, das politische Gedicht ins 21. Jahrhundert zu holen. Ein prall gefüllter Sack, in der sich so manches Leckerli findet. SF

Lyrik von Jetzt 3. Babelsprech. Hg. v. Max Czollek, Michael Fehr


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige