Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (242)

Stadtleben | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Herr S. ärgert sich laufend über verschmutzte Toiletten in Lokalen. Darf man den Vorgänger darum ersuchen, den Klobesen zu benutzen, fragt Herr S.

Sie dürfen, werter Herr S., und wie Sie das dürfen! Klobesenverweigerung im öffentlichen und halböffentlichen Raum ist eine massive Zumutung und Missachtung, nicht nur der Nachbenützer, sondern auch des Personals. Würde man doch schließlich zu Hause auch nicht machen, dass man etwaige Spuren unbeseitigt zurücklässt. Allerdings erfordert es schon einen gewissen Todesmut, einen Unbekannten beim Verlassen des Aborts abzustoppen und ihm - zumindest verbal - den Häuslbesen in die Hand zu drücken. Aber eines ist gewiss: So Sie die Intervention unbeschadet überstehen, sind Sie fortan nicht nur WC-Schutzheiliger und Lebensmensch sämtlichen Gastro-Personals, auch künftige Toilettenbenutzer werden es Ihnen danken.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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