Spielpause

Die Steiermark ist spielautomatenfrei! Aber nur im ersten Halbjahr 2016. Grund ist der Streit um die Lizenzvergabe

Steiermark | Überraschungsbesuch: Gerlinde Pölsler | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Von Neujahr bis etwa Juni des nächsten Jahres wird es in der Steiermark keinen einzigen - legalen - Spielautomaten geben. Das erklärte Rita Hirner, im Land für das Glücksspiel zuständige Juristin. Der Grund: Die Bewilligungen für die alten Geräte laufen mit Jahresende aus, die Vergabe der drei neuen Lizenzen ist aber noch nicht rechtskräftig. Die unterlegenen Bewerber haben geklagt, die Verfahren sind noch nicht entschieden. Ist es so weit, muss erst jeder einzelne Automatensalon und Apparat genehmigt werden. Dafür darf das Land fünf Monate brauchen, allzu viel schneller wird es sich auch kaum ausgehen. Besucher der Glücksspiel-Fachtagung, organisiert von der Fachstelle Glücksspielsucht und dem Verein Jukus, reagierten begeistert auf die Nachricht von der automatenfreien Ära.

Thema der Debatte war dann die Lizenzvergabe. Das Land entschied sich für die Novomatic-Tochter Admiral, die PA Entertainment & Automaten AG und die neu gegründete PG Enterprise AG mit Ex-ÖVP-Landesrat Herbert Paierl im Aufsichtsrat. Grüne und KPÖ sehen zu große Novomatic-Nähe bei allen dreien und wundern sich, warum ein Betrieb ohne Erfahrung zum Zug kam. Beide Parteien setzten durch, dass der Landes-Rechnungshof die Vergabe prüfen wird.

Beamtin Hirner versicherte, die Landesverwaltung habe ohne jegliche Einflussnahme, unterstützt von Gutachtern, entschieden. Und die hätten bei PA Entertainment und PG Enterprise nur festgestellt, dass diese Geräte von der Novomatic beziehen, aber keine weiteren Verflechtungen. Gewichtige Unterstützung bekommt Hirner von Monika Lierzer, Leiterin der Fachstelle Glücksspielsucht. Sie hat die Konzepte der Bewerber auf Spielerschutz und Prävention abgeklopft und "keine Schräglagen wahrgenommen", wie sie dem Falter sagt. Vier Unternehmen seien beim Spielerschutz herausgestochen, drei davon wählte das Land aus. "Jenes mit der wenigsten Erfahrung", sagt Lierzer, "hat sich beim Spielerschutz besonders viel angetan."


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