Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Bio-Craft-Bier

Österreichische Kolonialgeschichte auf ein Bier zugeschnitten

Stadtleben | MS | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Die Inselgruppe der Nikobaren hat eine bewegte Geschichte. Auf den heute zu Indien gehörenden Inseln tummelten sich einst Tamilen, Chinesen, Briten, Dänen, und sogar Österreich erklärte Ende des 18. Jahrhunderts seinen Anspruch auf ein paar der insgesamt 22 Inseln. Die österreichische Kronkolonie unter Maria Theresia blieb jedoch eher eine Behauptung. Zwei Jahrhunderte später, 2004, wurde die dort ursprünglich angesiedelte Kultur der Nikobaresen und Shompen durch den Tsunami wesentlich geschwächt.

Die Salzburger Brauerei Gusswerk hat mit ihrem Bio-Craft-Bier Nicobar dieses Kapitel österreichischer Kolonialgeschichte aufgegriffen und mit - wie sollte es anders sein - einem Indian Pale Ale (IPA) gewürdigt. Es ist ein gediegenes "Bierchen" im 0,33- Liter-Format, gewohnt bitter, jedoch nicht so fruchtig, wie man es von den jungen britischen IPAs kennt. Mit 6,4 Prozent Alkohol ist man hier eher im Starkbierbereich angelangt. Was stimmt, ist die Aufmachung: ein zerrupfter Doppeladler mit einer stark verzerrten Krone.

Wussten Sie, dass man Bitterkeit auch messen kann? International Bitterness Units heißen die für das Brauereiwesen wichtigen Einheiten. Der Wert misst die wahrgenommene Bitterkeit. Es gilt: Je höher die Bitterkeitseinheiten, desto bitterer schmeckt das Bier. Bei hohem Malzanteil benötigt es mehr Einheiten, damit das Bier gleich bitter schmeckt. Biere mit einem hohen Bitterkeitsanteil sind besagte Indian Pale Ales, Irische Stouts, Porter und Englisches Bitter.


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