Brennende Schmerzen, geschlossene Zelle

Ein Insasse der Justizanstalt Josefstadt erleidet einen Herzinfarkt und bittet um Hilfe. Erst sechs Tage später kommt er ins AKH

Politik | Bericht: Florian Klenk | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Wolfgang Leeb sitzt auf der Herzstation des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder und sagt: "Würde ich Helmut Elsner heißen, wäre das alles nicht passiert." Es ist ein Glück, dass sein Herz noch schlägt. Er ist zwar erst 39 Jahre alt, aber er hätte tot sein können. Leeb behauptet, Schuld daran trage die Justiz. Während wohlhabende Insassen die beste Betreuung bekämen, habe man ihn -den kleinen Betrüger -fast verrecken lassen.

Sechs Tage lang, so sein Vorwurf, haben die Justizwache und der Anstaltsarzt seine Hilferufe überhört und falsch interpretiert. Immer wieder habe er über Herzschmerzen und Schüttelfrost geklagt. Doch nichts sei geschehen - nun ist sein Herz nach einem großflächigen Infarkt massiv geschädigt. "Mein Sechszylindermotor ist nur mehr ein Zweitakter", klagt Leeb, der seit Mitte November auch amtlich haftunfähig ist.

Die Staatsanwaltschaft wird klären, ob daran die Justizwache Mitschuld trägt. Leeb hat Anzeige erstattet.

Jetzt wird zu klären sein, ob desinteressierte


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige