Menschen

Meinungsferraris

Falters Zoo | Lukas Matzinger, Josef Redl | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Jedes Jahr, wenn es draußen grimmig wird, lädt Rabenhof-Direktor Thomas Gratzer in sein kuscheliges Souterrain-Theater zur "langen Nacht der Kolumnisten". Dabei handelt es sich um eine kollektive Lesung ansässiger Edelfedern, die gleich mehrerlei Funktionen erfüllt: Zunächst einmal ist es eine Charity-Sache, die davon lebt, dass Menschen Geld bezahlen, um anderen Menschen, wie Angelika "Polly Adler" Hager, Florian Scheuba, Anneliese Rohrer, Michael Hufnagel, Julya Rabinowich, Rainer Nowak, Hans Rauscher oder dem Falter-Autor Robert Misik, dem Falter-Redakteur Klaus Nüchtern und dem Falter-Kolumnisten Peter Iwaniewicz (hier! Auf dieser Seite! Unten!) beim Lesen ihrer Texte zuzuschauen. Die Aufgezählten fuhren mit einem guten Dutzend anderer Publizisten die schönsten Meinungsferraris Österreichs für die gute Sache und ein volles Haus spazieren. Böse Zungen oder solche, die Backstage-Bilder von vereinzelten Genannten gesehen haben, könnten aber auch meinen, dass es eigentlich darum ging, dass die Kolumnisten hinter der Bühne mitsammen trinken. Letztlich eh auch kein wirklich schlechter Zweck.

Der Andi war da. Der Gabalier. Aus Mariahof im Murtal. Am Samstag spielte der von seiner PR-Abteilung ernannte Volks-Rock-'n'-Roller das letzte Konzert einer zehn Wochen langen Bombasttournee; 300.000 hatten ihn schon vor Ankunft in Wien gesehen. Man kommt sowieso mit den ganzen erspielten Rekorden und errungenen Trophäen dieser Tour gar nicht hinterher - sagen wir einfach so: ein Österreicher, der 18.000 in die O2-Halle im norddeutschen Hamburg bringt, ragt alles in allem schon heraus. In Wien waren's dann noch einmal volle 11.000, die Andi schauen gingen. Sie trugen Leder und Schnäuztuch und alles vom rot-weiß karierten Industriestoff. "Ein bissal wehmütig" wird er da, sagt er, der Andi. Das Konzert in Wien wurde nämlich auch noch eine kleine Familienzusammenführung. So gaben sich den Gabalier seine Freundin Silvia Schneider, deren Mutter Martha und der Bruder Willi Gabalier samt Frau Katharina. Noch nützt sich "ihr" Andi nicht ab. Nächstes Jahr spielt er im Olympiastadion München. Gemma.

Wissen Sie, von wem man jetzt auch schon länger nichts mehr gehört hat? Vom Hubertus Hohenlohe. Doch das Silber und das Gold, das holte den Prinzen jetzt raus aus seiner Medienabstinenz. Die Juweliere A.E. Köchert haben am vergangenen Mittwoch so eine Art Renovierungsparty geschmissen. Sie haben ihre zauberhaft alten Innenstadt-Verkaufsräume ordentlich saniert und das jetzt mit einem Cocktailempfang gefeiert. Es kamen 150 feine Herrschaften der Wiener Gesellschaft - wie die große Elisabeth Gürtler, die Privatfunk-Kapazität Bianca Schwarzjirg, die ORF-Kapazität Kati Bellowitsch, der Opernsänger Clemens Unterreiner, und er, der lässigste Advokat Österreichs, Hubertus Prinz zu Hohenlohe.

Im Studio 44 der Österreichischen Lotterien feierte sich am Donnerstag vergangener Woche die allseits liebende PR-Branche. Denn dort gab es nichts Geringeres als den "Staatspreis PR" zu holen. Lustig war neben den Witzliedermachern Christoph und Lollo auch ORF-Sportchef Hans Peter Trost, der eine launige Laudatio auf den "Kommunikator des Jahres", Teamchef Marcel Koller, hielt. Koller selbst war abwesend, als oberster PR-Mann des Landes schickte er aber immerhin bescheidene Video-Grußworte. Im Gegensatz dazu waren die ÖBB (in Person von Marketingchefin Kristin Hanusch-Linser) eher überpräsent. Die Bahn hatte heuer anscheinend ziemlich viele Projekte für die große PR-Gala eingereicht und erhielt neben dem Staatspreis noch einige andere Auszeichnungen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige