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Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Zuerst musste er sich den Vorwurf gefallen lassen, den Life Ball abgesagt zu haben, damit er im ORF tanzen kann. Dann hieß es, der Life-Ball-Organisator habe es beim TV-Tanzevent einfacher als alle anderen, weil jemand wie Gery Keszler aus "nachvollziehbaren ähhh zeitgeistigen Gründen" nicht aus der Show geworfen werden könne. Das war die böse Stimme zu Keszlers "Dancing Stars"-Antritt von Krone-Kolumnist Michael Jeannée.

Diesmal war Jeannée nicht allein. Auch die gut gemeinten Pressestimmen ließen kein Klischee aus. "Ich werde nicht mit einem Mann tanzen", musste Keszler der Tageszeitung Österreich erklären, die wohl schlussfolgerte, wer mit Männern ins Bett gehe, könne nicht mit Frauen tanzen. Noch blöder: "Nach seinem HIV-Outing werden sich vielleicht einige denken, er schafft das nicht", fragte Österreich, als hätte das HI-Virus Auswirkungen wie Anfang der 1990er. Trotz vieler Life-Bälle: Die Infos sind noch nicht überall angekommen.


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