Kommentar Grüne

Grüne, lasst euch keine Gretchenfragen aufzwingen!

Falter & Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Für jede Partei gibt es eine Gretchenfrage. Sie trifft das Herz ihres Ideologiekonstruktes oder, wie es moderne Parteimanager gerne sagen, ihren Markenkern. Wer innerparteilich auffallen will, muss nur dagegenhalten - und schon ist er der Revoluzzer.

Bei der ÖVP war die Gretchenfrage früher lange die, ob die Frau zu Hause bleiben soll oder nicht. Das hat sich inzwischen erübrigt. Jetzt lautet sie: "Sind Sie für die Homoehe oder dagegen?" Bei der SPÖ war der Gradmesser früher der Nato-Beitritt, dann meistens irgendein Thema, das einen Interessenkonflikt mit den Gewerkschaften berührt. So wie die Sonntagsöffnung. Für die Grünen lautet die Gretchenfrage derzeit: Seid ihr für oder gegen Obergrenzen für Flüchtlinge? Heißt übersetzt: Verabschiedet ihr euch endlich von eurer romantischen Multikulti-Ausländerpolitik und werdet harte Realisten?

Neu ist diese Debatte nicht, sie begleitet die Grünen, seitdem im Jahr 1993 die FPÖ mit dem "Österreich zuerst"-Volksbegehren die Fremdenpolitik


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