Die Glosse vom Falter

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Falter & Meinung | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Niemand soll sich mehr diskriminiert fühlen, wenn er oder sie aufs Klo geht. Zu dieser Einsicht kamen die Behörden in Berlin und richteten Unisex-Toiletten ein. Diese Anlagen sind für Menschen gedacht, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen wollen.

Der Toilettenkrieg ist damit allerdings nicht beendet. Denn noch immer haben die Männer den Vorteil des Pissoirs, das eine schnellere Erledigung des Geschäfts ermöglicht. Die langen Warteschlangen vor Damentoiletten in Theatern und Clubs beweisen die eklatante Ungerechtigkeit, die zwischen den Geschlechtern herrscht. Umgekehrt sind Männer immer wieder überrascht, wie reinlich und freundlich es bei den Damen zugeht.

Die wahre Utopie wäre mithin eine Gemeinschaftstoilette für alle. Männer würden endlich zu sauberen Klobrillen kommen, Frauen keine Zeit mit Warterei verschwenden. Und Transgender-Personen müssten nicht befürchten, dass sich die Geschlechter in ihr zumeist leeres, stilles Örtchen schleichen.


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