"DANN MÜSSTE MAN AUCH DIE KIPPA VERBIETEN"

Mit den Flüchtlingen kommen die Vorurteile über sie. Wie entsteht die Islamophobie und was hat sie mit Antisemitismus gemeinsam?

Politik | Moderation: Barbara Tóth | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde warnt vor "importiertem Antisemitismus" durch die Flüchtlinge aus dem arabischen Raum, Musliminnen klagen über islamophobe Attacken, vor allem auf Frauen mit Kopftuch. Alles nur übertrieben, oder radikalisiert sich das gesellschaftliche Klima in Österreich? Das Wien Museum und das Jüdische Museum Wien veranstalteten Dienstag dieser Woche dazu eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion, der Falter holte die Teilnehmer vorab an einen Tisch.

Falter: Sind wir gerade dabei, den Nahostkonflikt nach Österreich zu tragen?

Julya Rabinowich: Mein privates Sample schaut so aus: Ich habe fünf Jahre für muslimische Flüchtlinge gedolmetscht. Es gab genau zwei Mal den Moment, dass Flüchtlinge gesagt haben: "Sie sind Jüdin? Ich will sie als Übersetzerin nicht." Im gleichen Zeitraum war ich auf Kur, und man hat mir erklärt, dass man nicht mit Juden arbeiten würde, weil sie nur betrügen, und anschließend wollte man nicht mit mir an einem Tisch sitzen.


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