TV-Kolumne

Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Im Theater sind Flüchtlinge gern gesehene Gäste. Sie berichten von ihren traumatischen Erlebnissen auf der Reise von Syrien nach Österreich, ein authentischer Kontrast zur Künstlichkeit der Bühnensprache. Flüchtlinge waren nun auch das Thema eines ORF-"Bürgerforums". Hier kamen nicht nur die von Dolmetschern unterstützten Betroffenen zu Wort. An der Diskussion nahmen auch Politiker und Bürger teil, die sich in zwei Lager teilten. Die einen zeigten Verständnis für die Notlage der Exilanten, die anderen machten ihrem Unmut über die Fremden Luft.

Wäre die Sendung ein Theaterstück, dann würde man von einer etwas hölzernen Inszenierung sprechen. Kaum einer hielt sich an die Anweisungen des Regisseurs, sodass ein wildes Durcheinander entstand und das tragische Thema mitunter komödiantische Züge bekam. Schrecklich komisch war etwa der Auftritt eines stammelnden Faschisten. Er hatte vor lauter Aufregung den Text vergessen.


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