Wien sucht den Oberrabbiner

Am 1. Jänner geht der Wiener Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg in Pension. Besuch bei Schlomo Hofmeister, der ihm nachfolgen könnte

Stadtleben | Abbild: Eva Konzett | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Wer Rabbiner werden will, muss als Erstes auf die Universität. Muss sich den wissenschaftlichen Wälzern der Alma Mater widmen, anstatt nur die heiligen Schriften des Judentums, die Thora und den Talmud, zu studieren. Zumindest war es bei Schlomo Hofmeister so. Als er als junger Mann dem Oberrabbiner von München Ende der 1990er-Jahre von seinen Plänen eines Rabbinatsstudiums erzählt, schickt ihn dieser auf die Hochschule. "Er sagte, ich dürfe erst mit einem Abschluss wiederkommen", erzählt Hofmeister. Er lacht.

Jahre später sitzt Schlomo Hofmeister am frühen Abend in seinem Büro im Rabbinat neben dem Stadttempel im ersten Bezirk. Ein 40-jähriger Mann, mittelgroß, schwarzer Anzug, kluge blaue Augen in einem hageren Gesicht. Seit sieben Jahren ist Hofmeister als Gemeinderabbiner in Wien die rechte Hand von Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg. Das soll sich ändern. Weil Eisenberg ab Jänner als Oberrabbiner in Pension geht, möchte nun Hofmeister die Wiener Gemeinde übernehmen.

Zuversicht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige