Gimme Shelter! Von den Chancen der Krise

Architekten und Designer haben viele Ideen, wie und wo man für Flüchtlinge einen Platz zum Leben findet. Sie könnten auch ein Impuls für den sozialen Wohnbau sein

Feuilleton | Bericht: Stefanie Panzenböck | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Hunderttausende Flüchtlinge sind heuer in Europa angekommen, zehntausende davon in Österreich. Das Flüchtlingslager Traiskirchen in Niederösterreich wurde zum Beispiel dafür, wie man es nicht machen soll. Hunderte Menschen mussten wochenlang im Freien schlafen, sogar Mütter mit kleinen Kindern. Nach wie vor ist die Unterbringung und Integration von Asylwerbern und mittlerweile anerkannten Flüchtlingen die größte Herausforderung in der sogenannten "Flüchtlingskrise", die auch eine Wohnraumkrise ist.

Schnell Platz zu schaffen ist das Gebot der Stunde. Containersiedlungen und Baracken werden im Niemandsland hochgezogen. Architekten und Designer, die natürlichen Ansprechpartner in Fragen des Siedlungsbaus, werden kaum zurate gezogen. Warum das so ist, erklärt Dietmar Steiner, Leiter des Architekturzentrums Wien (Az W):"Notunterkünfte sind weltweit ein Big Business", sagt Steiner. "Da haben Architekten selten etwas mitzureden." Sinnvolles Planen und Bauen braucht seine Zeit, die


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