Friedrich Achleitner fragt, wie man einen Architekten entwirft

Lexikon | Tipp: Maria Motter | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Bereits der Titel ist ein Hit: "Wie entwirft man einen Architekten?" fragt das Cover, und im Untertitel steht schlicht "Porträts von Aalto bis Zumthor". Der Autor, Architekturtheoretiker, -historiker und -kritiker Friedrich Achleitner hat im Laufe vieler Jahrzehnte seiner Arbeit einen reichen Schatz an Texten angehäuft. Dieses Buch, herausgegeben vom Verein diachron - von Eva Guttmann, Gabriele Kaiser und Claudia Mazanek -, versammelt Texte Achleitners von den 1960ern bis in die Gegenwart.

Jeder Text bringt auf gewisse Weise ein Porträt eines Architekten oder einer Architektin. So liest man etwa über Hans Scharoun, dass Achleitner in ihm dem "aller Wahrscheinlichkeit nach auch (...) liebenswürdigsten" Architekten in dessen Zeit begegnet war. "Hans Scharoun dürfte auch der einzige Architekt sein, der noch nie etwas Schlechtes über einen Kollegen gesagt hat."

Lobreden zu Geburtstagen und Ehrungen, Trauerreden und ursprünglich in Fachzeitschriften publizierte Betrachtungen finden sich im Band, der Großteil bislang unveröffentlicht. Die Schwarz-Weiß-Fotos stammen von Friedrich Achleitner. Die porträtierten Architektinnen und Architekten kommen aus Österreich, einige internationale Kollegen fanden jedoch auch Platz.

So eignet sich das Buch auch als ein gutes Einstiegswerk für all jene, die sich für österreichische Architektur der Gegenwart interessieren, aber nicht auf das Fachwissen aus einem Studium zurückgreifen können. Zur Präsentation des Werks kommt Friedrich Achleitner ins Haus der Architektur.

HDA, Graz, Mi 19.00


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