IT-Kolumne

Digitalia

Medien | Anna Goldenberg | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Auch abseits von Wahlkämpfen tummeln sich einige Politiker gerne online und teilen ihre Wünsche, Erlebnisse und Fantasien, als wären wir ihre Therapeuten. Etwa H.-C. Strache, der mit Abstand populärste österreichische Politiker auf Facebook mit 297.000 Likes. (Zum Vergleich: Nummer zwei ist Sebastian Kurz mit 98.500 Jüngern.) Strache postet gerne Artikel von unzensuriert.at, fürchtet "linken Gesinnungsterror" und präsentiert weiter seinen Slogan "Wählt so, wie ihr denkt".

Das passt zu einer Analyse, die der Economist letzte Woche durchführte. Da zeigte man anhand der Twitter-Präsenz von 523 EU-Parlamentsabgeordneten, dass Parteien am linken und rechten Rand überrepräsentiert sind. Populistische Slogans lassen sich oft knackiger verpacken; zu den Sympathisanten zählen viele Menschen, die sich digital zuhause fühlen und traditionelle Nachrichten weniger konsumieren. Für Medien und gemäßigte Politiker gibt es also Aufholbedarf.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige