Theater Kritik

Großfamilienmord: So düster ist das Landleben

Lexikon | SS | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Zuerst wird gejodelt, dann gebetet, die Mädchen spielen Fangen, sonntags geht man in die Kirche, bis plötzlich eines Tages die Bauernfamilie Tanner tot auf ihrem Hof gefunden wird. Auch die zwei kleinen Kinder und die Magd wurden brutal ermordet und ein ganzes Dorf fragt sich, was geschehen ist. Der Regisseur Rüdiger Hentzschel hat die Theaterfassung von Andrea Maria Schenkels Kriminalroman "Tannöd" inszeniert. Durch einen Wald aus Holzleitern bewegen sich die acht altmodisch gekleideten Schauspieler auf der Bühne und rekonstruieren in wechselnden Rollen diesen schrecklichen Mordfall, der sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ereignete. Grausam wird es nur in Worten, nie in Taten, was eine Stärke dieser Inszenierung ist, die sehr erzählerisch und atmosphärisch bleibt.

Scala, Sa, So, Di-Do 19.45


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige