Ohren auf Klassik

Mit dem Musik-Schlitten durch den Advent

Feuilleton | Miriam Damev | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Wie klingt der Advent? Phil Blech hat -frei nach Bach -die passende Antwort parat: "Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!". So beginnt der festlich rauschende Eröffnungschor der "Königin"-Kantate, den sich der Barockmeister für sein "Weihnachtsoratorium" geborgt hat.

Drei Sätze daraus hat das Blechbläser-Ensemble neben einer Reihe weiterer, eigens arrangierter Weihnachtsmelodien für "Weihnachten/Christmas" (DG) aufgenommen. Leopold Mozarts "Musikalische Schlittenfahrt" und Franz Grubers "Stille Nacht" sind ebenso vertreten wie einzelne Nummern aus Camille Saint-Saëns' "Oratorio de Noël", dem "Nussknacker" oder Humperdincks "Hänsel und Gretel". Der feine Klang der Wiener Bläser macht das Album zu einem stimmigen Begleiter durch die Weihnachtszeit, inklusive gesanglicher Höhepunkte von Startenor Piotr Bezcala, dem Chorus Viennensis und den Wiener Sängerknaben.

"Summer hath his joys and winter his delights" bringt es die österreichische Early-Music-Band Quadriga Consort auf "Winter 's Delights" (Sony/DHM) nach dem gleichnamigen englischen Song auf den Punkt. Der Albumtitel verspricht nicht zu viel: 17 stimmungsvolle, längst vergessene Lieder von den britischen Inseln hat der Cembalist und Leiter der Formation Nikolaus Newerkla virtuos arrangiert - von der besinnlichen Advent-Ballade bis zu ausgelassenen Carols, Jigs und Reels. Eine hinreißende Hommage an die Freuden des Winters.

"A Wondrous Mystery" (HM), das neue Album des britischen Vokalensembles Stile Antico, steht ganz im Zeichen weihnachtlicher Chormusik der Renaissance. Als Herzstück fungiert die Messe des franko-flämischen Meisters Jacobus Clemens non Papa, dazu kommen altüberlieferte deutsche Motetten und Choräle von Handl, Eccard, Hassler und Hieronymus Praetorius, allesamt so vollendet gesungen, dass man laut "Halleluja" rufen möchte.


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