Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Die ausgeteilten Schokolade-Adventkalender überlebten in der Redaktion nicht lange, die meisten von ihnen wurden noch vor dem 1. Dezember geplündert. Kollegen liefen mit verschmierten Gesichtern durch die Gänge, die Augen vom Zuckerschock weit aufgerissen, die Kalender hineingestopft in Mistkübel. Würde die Zeit der Logik der Adventkalender folgen, Weihnachten wäre schon wieder vorbei.

Blickt man in die Redaktion, könnte es auch schon vorbei sein. Denn es sieht alles aus wie immer. Keine Mistelzweige, keine Glöckchen, kein Kranz, schon gar keine Tanne. Hier interessieren sich die Menschen nicht für Weihnachten. Mehr interessiert sie der Islam.

Nina Brnada zum Beispiel hat in dieser Woche zwei verschleierte Mädchen in der S-Bahn gesehen und sie - weil die Brnada eine neugierige Dame ist - natürlich gleich angesprochen. Was die beiden Teenager ihr erzählt haben, lesen Sie in unserem Islam-Schwerpunkt, für den Florian Klenk ein Stück über Parallelgesellschaften beisteuerte und Barbara Tóth einen runden Tisch zu den Themen Antisemitismus und Islamophobie auf die Beine stellte.

Ganz haben wir den Glauben ans Christkind dann doch nicht verloren. Birgit Witt stock, die selbst ein bisschen aussieht wie ein goldgelocktes Engerl, das sich die Locken abscheren und sich stattdessen coole Tattoos stechen ließ, hat gelesen, was Kinder sich in ihren Briefen heuer vom Christkind wünschen.

Wir wünschen Ihnen jedenfalls eine angenehme Lektüre.


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