Ein 68er ohne Aggression: Festwochen-Präsident Rudolf Scholten über Luc Bondy und dessen Wiener Zeit

Feuilleton | Matthias Dusini | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Rudolf Scholten, 60, ist Direktor der Österreichischen Kontrollbank. Als Präsident der Wiener Festwochen wachte er über die Arbeit von Luc Bondy, der das Festival von 2001 bis 2013 leitete.

Falter: Herr Scholten, was war das Spezielle an Luc Bondy?

Rudolf Scholten: Seine Generation hat sich über eine Opposition gegenüber der vorangegangenen definiert. Er hat niemals deren aggressive Haltung gehabt. Das heißt nicht, dass er weniger pointiert gewesen wäre. Bondys Kommentare waren nicht weniger scharf, aber liebevoller formuliert.

Ein 68er ohne Generationenkonflikt?

Scholten: Aufgrund der Geschichte seiner Familie hat er sich nicht zwischen den Welten, sondern in vielen Welten gleichzeitig gesehen. Das gilt nicht nur sprachlich und räumlich, sondern auch für die eigene Arbeit. Daher war auch dieser Generationenschnitt nicht sein wichtigstes Thema.

Wie kam Bondy denn zu dem Ruf, ein Wiener Regisseur zu sein?

Scholten: Er hat eine spezielle Handschrift entwickelt, die von vielen als Wiener


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