SUPER LIEBE NUMMER 77

Eine Special Edition feiert den 51. Geburtstag von John Coltranes berühmtestem Album. Warum lieben alle "A Love Supreme"?

Feuilleton | Jazzmessenbesuch: Klaus Nüchtern | aus FALTER 49/15 vom 02.12.2015

Es gibt Theater für Menschen, die eigentlich kein Theater mögen, es gibt Choreografien für Tanzverächter, und vermutlich gibt es sogar Fußball für Fußballhasser. Das Free-Jazz-Album für jene, die Free Jazz nicht aushalten, ist fraglos John Coltranes "A Love Supreme".

Als die Platte im Februar 1965 erschien, war der Saxofonist mit 38 Jahren in einem Alter, in dem die musikalische Identität normalerweise längst festgeschrieben sein sollte. Als ihn Miles Davis zehn Jahre zuvor in sein legendäres erstes Quintett holte, avancierte Coltrane mit seinem damals unüblich hellen Sound schnell zum neuen Star am Tenor-Himmel. Dass sein kühnster Beitrag zur Jazzgeschichte noch ausstehen sollte, ahnte niemand - ebenso wenig wie Coltranes frühen Tod: Er starb im Juli 1967 an Leberkrebs.

Der um vier Jahre jüngere Ornette Coleman hatte das Album, das einem ganzen Stil seinen Namen geben sollte, schon im Dezember 1960 eingespielt. "Free Jazz: A Collective Improvisation" verrät bereits im Titel,


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