Der "clubblumen", temporär Ort der Kunstproduktion in Wien, zeigt sich in Graz

Lexikon | Vorschau: Maria Motter | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Ein situativ angelegtes Projekt findet jetzt eine Fortsetzung in einer anderen Stadt: Flora Neuwirths "clubblumen" wird im Künstlerhaus in Graz zu sehen sein, und das klarerweise nicht in der Form, in der er ursprünglich bestanden hatte. Neuwirth und den Kurator Christian Egger interessiert es, Teile dieses Projekts in einen Ausstellungsraum zu übersetzen und zu erfahren, was sich dabei tun wird. In Wien hatte die Künstlerin den "clubblumen" im fünften Bezirk in einem ehemaligen Blumengeschäft als "Utopie im öffentlichen Raum" eröffnet und dort Vorträge und Videopräsentationen als auch Begegnungen initiiert und umgesetzt. "Das war kein Off-Space", sagt Christian Egger. "Neuwirths 'clubblumen' nimmt Anlehnung an Gordon Matta-Clarks realtitätstransformierendes Kunst-und Restaurantprojekt 'Food' im New Yorker Soho 1971". Flora Neuwirth eignete sich vorhandenes Inventar für ihre Skulpturen an. Auch andere Künstler nahmen unmittelbar auf den Ort Bezug, so hat Olivier Foulon dem alten Schriftzug des Wiener Ladens das abhanden gekommene "L" insofern ersetzt, indem er es auf ein T-Shirt gemalt hat. Im "clubblumen" in der Wiener Johannagasse 42 war alles benützbar. In Graz werden die Arbeiten in und durch die Institution gerahmt. Flora Neuwirth, 1971 in Graz geboren und jetzt in Wien lebend, beschäftigt sich seit den 1990er-Jahren mit einem Skulpturenbegriff, der über jenen der bildenden Kunst hinausreicht. Sie hat mit ihren Arbeiten auch soziale Architekturen produziert. Zu Mau-Mau Kartenspielrunden konnte man sich im clubblumen öfter gesellen, auch in Graz soll bald gespielt werden.

Künstlerhaus, Graz, Eröffnung: Fr, 18.00


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