Kunst Kritiken

Die Fäuste prallen auf weiche Fellchen

Lexikon | NS | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Die Aktion "Wie man dem toten Hasen die Bilder erklärt" von Joseph Beuys ist legendär. Dass die Wiener Künstlerin Sofia Goscinski, Jahrgang 1979, ihre aktuelle Schau halb ironisch an dem Charismatiker aufhängt, zeigt schon die erste Arbeit: Ein verchromter Messingguss zeigt das Gesicht mit dem typischen Beuys-Stetson und Hasenohren, die an Jeff Koons' Skulptur "Rabbit" erinnern. Zum Umarmen bietet sich ein mit Hasenfell überzogener Sandsack an, eine Replik auf Beuys' "Boxkampf für die direkte Demokratie". Goscinskis Skulpturen überzeugen vor allem in der Kombi mit der Fotoserie "Cast of a rabbit hole". Dieser Abguss ist auf großen C-Prints in Schwarz-Weiß von unterschiedlichen Seiten zu sehen und fesselt mit seiner archaischen Gestalt weit mehr als der aus Ton geformte, tote "Angsthase", der in einer Vitrine liegt.

unttld contemporary, bis 23.12.


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