Generation Sinnvoll

Die Kinder sind aus dem Haus und Karriere war gestern: Die Generation 50 plus ist die erste, die sich die späte Selbstverwirklichung leisten kann. Zum Beispiel als Volontär in einem Entwicklungsland

Stadtleben | BERICHT: BIRGIT WITTSTOCK | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Irgendwie kam immer etwas dazwischen. Die Heirat, die beiden Kinder, der Haushalt, die kranke Mutter, die sie über zehn Jahre hinweg pflegte. Die Jahrzehnte vergingen und der Traum, als Entwicklungshelferin ins Ausland zu gehen, blieb nichts weiter als eine schöne Vorstellung, der man abends vor dem Einschlafen nachhing. 30 Jahre war die gelernte Hauptschullehrerin Brigitte Knor Hausfrau und Mutter. Familie und Pflicht zuerst: Ein klassischer Lebenslauf der Nachkriegsgeneration. Inzwischen war sie jenseits der 60, die Mutter verstorben, die Kinder waren längst ausgezogen, Enkel gab es keine und auch ihr Traum war schon lange her. Da hörte Knor im Radio einen Bericht über den Wiener Verein Voluntaris, der Menschen mit Berufserfahrung für Freiwilligeneinsätze in Entwicklungsländer vermittelt. Etwa die Hälfte dieser Freiwilligen ist bereits in Pension. Perfekt, dachte Brigitte Knor. "Mama, das machst", sagten ihre Kinder.

Nun sitzt sie, silbriges, schulterlanges Haar, rot-schwarz-graues


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