Enthusiasmuskolumne Diesmal: Die beste alte Kinderserie der Welt der Woche

Es war einmal...eine Welt ohne Internet

Feuilleton | BARBARA TÓTH | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Es gibt sie, die Kindersendungen, die Eltern und Kinder gemeinsam schauen können, ohne die Nerven zu verlieren. Die schönste davon ist Albert Barillés "Es war einmal ... der Mensch". In 26 Folgen erzählt der französische Regisseur und Produzent von der Entstehung der Welt.

Er beginnt bei der Ursuppe, hantelt sich durch die Zeitalter der Dinosaurier und der Neandertaler zu den antiken Kulturen vor, erzählt vom Römischen Reich und dem Aufstieg des Islams. Weiter geht es zu den Wikingern, Marco Polo, Peter dem Großen und schließlich zur Französischen Revolution und den beiden Weltkriege.

In jeder Epoche gibt es immer wiederkehrende Figuren, die zeigen, dass die Menschheit im Grunde an den immer selben Konflikten aufs Neue reifen muss. Adam, der Gute, Eva, seine Gefährtin. Maestro als weiser Alter, wunderbar knorrig gesprochen vom österreichischen Kammerschauspieler Josef Meinrad, dazu Jumbo, der Starke, Klotz, der Choleriker, und Ekel, der Intrigant.

Zugegeben, das ist natürlich ganz und gar eurozentristisch und vielleicht auch etwas altbacken erzählt. Aber im Jahr 1978, als die Serie erstmals ausgestrahlt wurde, war das Wissensvermittlung für Kinder auf zeitgemäßem Niveau. Deshalb endet die letzte Folge mit dem Raumflug Juri Gagarins. Die Welt des Informationszeitalters mit Internet und Handys war für Barillé noch nicht vorstellbar.

Wer in den 1970er geboren wurde, wuchs mit "Es war einmal ... der Mensch" auf. Selbst wer sich nicht mehr genau an die Serie erinnert, wird nach wenigen Minuten Udo Jürgens' Titellied "Tausend Jahre sind ein Tag" wieder mitsingen können.

Drei Jahrzehnte später wieder zuzuschauen ist wie eine Zeitreise in die eigene Kindheit mit den eigenen Kindern auf dem Schoß - was gibt es Schöneres?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige