Theater Kritik

Harte Bandagen für Puppen und Menschen

Lexikon | Veronika Krenn | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

In drei Glasvitrinen erwachen schroffe Menschenwesen in kargem Bergpanorama. Nikolaus Habjan inszeniert fürs Volkstheater Christine Lavants Erzählung "Das Wechselbälgchen" in einer düster-poetischen Bühnenfassung von Maja Haderlap. Die Figuren - Puppen und Menschen - ähneln einander in ihrer Sprödigkeit. Seyneb Salehs zerbrechlich aufbegehrende Kuhmagd Wrga zerreibt sich am unteren Ende der dörflichen Hierarchie. Ihr zurückgebliebenes, uneheliches Kind Zitha findet bei ihrem Zukünftigen, dem Knecht Lenz (Florian Köhler), keinen Segen. Er möchte ihm den "Dämon" austreiben. Erst als das "Wechselbälgchen" sein Kind vorm Ertrinken rettet, beginnt ein Umdenken. Bedrückende Bilder in rauem Bergklima.

VHS Donaustadt, So, Mo 19.30 VHS Erlaa, Do 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige