Frau Dag geht in die Schule

Viele Schulkinder kennen die Geschichte ihrer zugewanderten Großeltern nicht mehr. Ein ungewöhnliches Zeitzeugenprojekt möchte das ändern

Politik | SCHULBESUCH: NINA HORACZEK | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Emre hat eine Silberdose mitgebracht, mit Blumenmuster auf dem Deckel und einer kleinen Glasschale darin. "Da hat mein Opa immer etwas hineingetan, das riecht so gut", sagt der Bub. Was es sei, weiß er nicht, erzählt er, und fragen kann er auch nicht mehr, der Opa ist schon tot. "Aber immer, wenn ein schlechter Tag ist, dann nehm ich die Dose und rieche einfach hinein."

Die 1A in der Koppstraße 110, gleich bei der U3-Endstation ist eine typische Ottakringer Schule. Fast jeder Zweite hier im Bezirk ist in einem anderen Land geboren. Auch die Eltern und Großeltern der Schüler der 1A. Es sind nicht unbedingt Kinder reicher Eltern, die hier in der Klasse sitzen. Sie hören sich heute an, was Ipek Dag aus ihrem Leben erzählt. Manche Kinder haben Badeschlapfen aus Plastik als Hauspatschen an, andere sitzen in der Jogginghose da. Als es beim Kreisspiel heißt, alle Kinder, deren Großeltern oder Eltern nicht in Österreich geboren sind, sollen Plätze tauschen, stehen von 24 Schülerinnen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige