7 Sachen, die Sie über HALAL eventuell nicht wussten

Stadtleben | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Halāl? Das ist doch irgendwas mit Fleisch, oder?

Nicht ausschließlich. Halāl kommt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie "erlaubt" und bezeichnet alles, was nach islamischem Recht zulässig ist. Also nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch Handlungsweisen.

Alles klar. Und was genau bedeutet halāl nun in Bezug auf Fleisch?

Ähnlich wie beim koscheren Fleisch im Judentum dürfen im Islam nur Tiere gegessen werden, die mit einem Schnitt durch die Kehle getötet wurden. Zuvor muss außerdem der Name Allahs genannt werden. Traditionell lässt man sie danach ausgebluten.

Aber warum jetzt der Wirbel ums Halāl-Fleisch, das die Supermarktkette Spar angeboten hat?

Weil viele Anhänger dieser Tötungsart, Schächten genannt, eine vorhergehende Betäubung des Tieres als Bruch mit den islamischen Vorschriften ablehnen. Das wiederum kritisieren Tierschützer.

Was sagt das österreichische Gesetz?

Hierzulande ist Schächten in zertifizierten Schlachthöfen erlaubt, wenn das Tier unmittelbar nach dem Schnitt betäubt wird.

Nach dem Schnitt? Was bringt das denn?

In erster Linie schützt die Betäubung Schlachthofarbeiter vor zuckenden Rinderbeinen. Und sie beendet die Diskussion darüber, wie lange das Tier noch bei Bewusstsein ist und Schmerzen erleiden könnte.

Ist das nicht Tierquälerei?

Schon mal auf einem Schlachthof gewesen?

Nö. Wieso?

Auch dort werden die Tiere nicht totgestreichelt.


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