"Aber hey, das klingt ja spannend!"

Die Musik der Schweizer Wahlwienerin Eloui verbindet Verzauberung geschickt mit Irritation


PORTRÄT: GERHARD STÖGER

Feuilleton | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Ganz leise und behutsam geht es los, die Geräusche klingen wie Geklapper aus einer Puppenstube. Mit dem sanft federnden Beat setzt nach einigen Sekunden auch eine Frauenstimme ein, die mit kindlichnaiver Freude erzählt, was sie gerade sieht. Ihre Hände, Spielzeug und Bücher, ihre Schuhe. "These Are My Hands" heißt das Lied.

Nach eineinhalb Minuten kommt Leben in die Puppenstube: Der Beat ist plötzlich kompakter, Bläser verwandeln das leicht Verhuschte in zartes Jubilieren. Die Stimme aber ändert ihren Tonfall nicht: "These are my hands "

Eloui nennt sich die Wiener Musikerin, der diese Stimme gehört. Ihr Name hat einen lieblichen Klang; freundlich, nett und ungefährlich wirkt er. Ist er aber nicht. Oder nicht nur. Eloui, so hieß eine Geliebte von Rainer Maria Rilke. Sie besaß ein Auto und rauschte mit dem Dichter auf dem Beifahrersitz angeblich so waghalsig durch die Walliser Berge, dass ihm danach die Beine schlotterten.

"Diese Geschichte gefällt mir: der große Dichter, dem

  704 Wörter       4 Minuten
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