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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Als mir letztens ein lieber, geschniegelter Jus-Student erzählte, er pflanze jetzt Bäume, dachte ich zunächst an die urbane Landschaft rund um das Juridicum. Mehr Begrünung kann da nur guttun. Es stellte sich allerdings heraus, dass es sich um virtuelle Bäume handelte, die in der App Forest (um €0,99) wachsen, wenn man über einen zuvor bestimmten Zeitraum sein Handy nicht verwendet. Benützt man das Smartphone zu früh, stirbt der Baum, was fast so schlimm aussieht wie jenes verendende Tamagotchi-Viech, das mir anno 1997 schlimme Albträume bescherte. Vermutlich deshalb bezeichnen die Hersteller die App als "beste Heilung von Telefonsucht".

Der liebe, geschniegelte Jus-Student ist über die App mit seinen Freunden verbunden, die ebenfalls fleißig virtuelle Bäume pflanzen, während sie in der Bibliothek büffeln. Manche, so erzählte er mir, schummeln, indem sie die App beim Schlafen anschalten. Mit Albträumen als gerechter Strafe!


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