"Das Asylsystem ist gescheitert"

Im Dusikastadion leben Flüchtlinge unter skandalösen Bedingungen. Stadträtin Sonja Wehsely sieht die Schuld dafür aber nicht bei der rot-grünen Stadtregierung.

Politik | BERICHT: NINA HORACZEK | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Blaue Plastikplanen, quer gespannte Bettlaken, alte Decken, Plastikliegen. Alles wird hier verwendet, um einen Hauch von Privatsphäre zu erlangen.

Wer es ein bisschen besser erwischt hat, darf in einem der vielen Igluzelte, die überall in der riesigen Halle herumstehen, nächtigen. Die anderen liegen auf Isomatten direkt auf dem Plastikboden. Draußen ist es nass und kalt, drinnen strahlt das kalte Neonlicht auf die vielen Menschen hinunter. Mütter mit kleinen Babys hängen Babystrumpfhosen zum Trocknen auf. Freiwillige teilen Essen auf Plastiktellern aus, überall wuseln Kinder herum, vom Krabbelkind bis zum Teenager. Es riecht nach Curry, nach abgestandener Luft und nach Schweiß.

Die Dusikahalle ist der Schandfleck des rot-grünen Wien. Es ist nicht der einzige. Auf die große Euphorie folgt die Ernüchterung. Die Flüchtlingsunterbringung in der Stadt ist speziell in den Notquartieren vielerorts katastrophal.

Im Flüchtlingslager Vordere Zollamtstraße gab es bis vor kurzem nicht einmal


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