Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Seit dem hinkenden Dr. House lässt sich in TV-Serien eine zunehmende Präsenz von Männern mit körperlichen Beeinträchtigungen feststellen. In "Breaking Bad" hat der Sohn der Hauptfigur eine leichte Form der Zerebralparese. Allan Dobrescu spielt in "Fargo" den Spross einer Mafiafamilie, dessen chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung daran erkennbar ist, dass er das rechte Handgelenk merkwürdig verbiegt. Ebenfalls in "Fargo" tritt ein taubstummer Killer in Erscheinung, der sich mit seinem Kompagnon in Gebärdensprache unterhält, ehe er sein tödliches Handwerk ausübt.

Sogenannte Behinderungen sind in diesen Darstellungen keine Leiden, sondern Leistungsnachweise. Die Figuren sind keine "Spastiker" oder Opfer mehr, sondern wachsen durch Beeinträchtigungen über sich hinaus -und werden mitunter sogar zu Tätern. So wie Charlie Gerhardt in "Fargo", der mit der Rechten keine Pistole abfeuern kann. Er hat ja auch noch eine Linke.


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