Fräulein Marias Gau-Stipendium

Ein Buch über die NS-Jahre der Kunstakademie zeigt: Die Malerin Maria Lassnig war kein Opfer der Nazis

Feuilleton | BERICHT: MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Die Malerin Maria Lassnig (1919-2014) ist ein Mythos. Als eine der wenigen Frauen in einem von Männern dominierten Kunstbetrieb wurde sie ein Star. Bereits der Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn bot Stoff für Legenden. Das Mädel vom Kärntner Land fuhr mit dem Fahrrad nach Wien, um die Aufnahmeprüfung an der Akademie der bildenden Künste zu machen. Lassnig bestand den Test, musste die Meisterklasse aber bald wieder verlassen, weil ihre Kunst als "entartet" galt. Heißt es.

Als Lassnig 2014 starb, verwiesen die meisten Nachrufe auf diesen Bruch in ihrem Frühwerk. Eine neue, von der Akademie der bildenden Künste Wien in Auftrag gegebene Studie untersucht die Verstrickung der Institution in die Verbrechen der NS-Zeit. Die Studienautorin Verena Pawlowsky stieß dabei auch auf bisher unbekannte Dokumente, die das Bild von Lassnig als malender Partisanin korrigieren. Obwohl der Fall Lassnig nur eine Fußnote ist, zeigt er doch, dass das Verhalten der Menschen in der NS-Zeit einer differenzierten


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