Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (243)

Stadtleben | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Herr F. ist Hausmann, seine Frau ist berufstätig. Nun möchte er wissen, ob er sich, wenn seine Kinder ausgezogen sind, wieder einen Job suchen muss oder ob er weiterhin Hausmann bleiben darf.

Das zu entscheiden, werter Herr F., obliegt gewiss nicht uns, sondern alleine Ihrer Frau. Wenn Sie ihren Segen haben, soll es uns recht sein. Allerdings werden Sie eventuell einsehen, dass wir bezweifeln, dass eine solche Verteilung einer 50/50-Quote entspricht - es sei denn, Ihre Gattin arbeitet als Testschläferin für einen Bettenhersteller. Der Arbeitsaufwand eines Zweipersonenhaushalts kann nämlich definitiv nicht mit einem durchschnittlichen 40-Stunden-Job mithalten. Soll heißen, Ihr Lebensentwurf als Hausmann fußt nicht nur auf der Mehrarbeit Ihrer Ernährerin, er bringt Sie gleichzeitig in ein Abhängigkeitsverhältnis. Auch die Umkehrung des Geschlechterverhältnisses macht die Sache nicht besser.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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