Schwarzer Style, weiße Mode

Mode als westliches Phänomen? Ein Symposium untersucht blinde Flecken der Fashion Studies

Feuilleton | VORSCHAU: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 50/15 vom 09.12.2015

Sie gelten als die authentische afrikanische Tracht, aber die Geschichte der bunten, um Körper und Kopf gewickelten Baumwollstoffe überrascht: Die niederländische Firma Vlisco entdeckte diese Textilen um 1850 in Java. Nachdem die Indonesier Handarbeit bevorzugten, verkauften die Holländer ihr maschinell bedrucktes Wachstuch bald an der westafrikanischen Goldküste. Vliscos "Dutch Wax" wurde zum Massenprodukt und zum Bestandteil afrikanischer Mode.

Wie Designerinnen im heutigen Ghana mit dieser importierten Identität umgehen, ist eines der Themen des Symposiums "Re-Visioning Fashion Theories: Postcolonial and Critical Transcultural Perspektives", das die Akademie der bildenden Künste nun veranstaltet. Professorin Elke Gaugele hat die Tagung konzipiert, die die blinden Flecken der im 19. Jahrhundert aufgekommenen Modetheorie behandelt. "Mode wurde damals als eine Kultur definiert, die nur westliche Gesellschaften haben", erklärt die Kulturwissenschaftlerin.

Selbst der Soziologe Georg


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