SO RADIKAL IST EUROPA

Wirtschaftskrise und Flüchtlinge bescheren nicht nur rechtsextremen Parteien quer über den Kontinent Wahlerfolge - auch eine radikale Linke wächst in Europa heran. Ein Überblick


ANALYSE: NINA HORACZEK
Politik | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Marine Le Pen in Frankreich, Timo Soini in Finnland, Christian Blocher in der Schweiz, Jarosław Kaczyński in Polen, Kristian Thulesen Dahl in Dänemark. 2015 war das Jahr der radikalen Rechten in Europa. Sie sind nicht mehr die Parias, die vom politischen Establishment geschnitten werden, sondern prägen nun den politischen Diskurs.

Aber auch auf dem anderen Ende des politischen Spektrums gibt es ein Comeback. Erstmals seit Ende des Kommunismus kommen Parteien weit links von der Sozialdemokratie an die Macht. Die radikale Linke ist eine Minderheit, außer Griechenland hat nur Portugal eine stramm linke Regierung. In Spanien, wo am 20. Dezember gewählt wird, kommt aber mit den Linkspopulisten von Podemos ("Wir können") eine ähnliche Bewegung ins Parlament.

Europa, so scheint es, zerfällt immer stärker in zwei einander diametral gegenüberstehende Lager, eine radikale Linke auf der einen Seite, die im Süden, in den Krisenstaaten mit Anti-Austeritäts-Parolen punktet. Und in eine radikale

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