Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Roter Veltliner

Ein feiner und robuster Wein von biodynamischer Machart

Stadtleben | MS | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

In den dicken Wein-Enzyklopädien wird Wagram im Weinviertel als ein besonderer Ort beschrieben. Durch das Zurückdrängen des Urmeeres hat sich dort eine bis zu 20 Meter dicke Lössschicht gebildet, wovon die traditionellste Rebsorte Österreichs besonders profitiert - der Grüne Veltliner.

Typisch für die Region sind die von den Römern angelegten Terrassen, über denen sich lehmiger und mineralhaltiger Ackerboden erstreckt. Es ist aber nicht nur der Boden, sondern auch die Südlage und die lange Weintradition dieser Region, die diese Sorte dort auf Spitzenniveau gebracht hat. Diese besondere Position hat bereits einige Winzer dazu bewogen, auf biodynamischen Landbau zu setzen. Seit 2006 ist Wimmer-Czerny aus Fels am Wagram ein gekennzeichneter Demeter-Betrieb, und mittlerweile baut er nicht nur den Grünen, sondern auch die Weißweinsorte Roter Veltliner an, der immerhin 15 Prozent des 15 Hektar großen Anbaugebietes umfasst. Dieser Rote Veltliner hat eine blumige "Nase" und macht sich auf gehaltvolle Weise im Gaumen breit. Dort bleibt der Geschmack eine Weile, und kräftig macht er auch seinen Abgang. Der Rote Veltliner hat die Eigenschaft, tendenziell ertragreich und lagerfähig zu sein.

Übrigens ist "Nase" einer der wichtigsten Begriffe in der Weinkunde, er beschreibt ganz allgemein den Geruch eines Weines. Das kann mitunter sehr assoziativ ausfallen. Man unterscheidet aber auch zwischen dem Duft, der von der Traube herstammt, und dem Geruch der durch Gärung und Lagerung zustande kommt. Prosit!


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige