Nüchtern betrachtet

Ein Tag voller Wunder und Überraschungen


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Wahrscheinlich ist es wichtig für Langzeitbeziehungen, dass man sich bei aller Vertrautheit einen Rest an Fremdheit bewahrt, sich immer noch überraschen lässt. Wobei es in diesem Fall natürlich hilft, wenn man nicht der oder die Hellste ist. In der Serie "Arrested Development" ist Lucille Bluth immer ganz aus dem Häuschen, wenn sie sich von den absolut hanebüchenen Maskeraden ihres Privatdetektiven wieder einmal hat hinters Licht führen lassen: "Aaah, Gene Parmesan - he did it again!"

Was Lucille ein aufgeklebter Schnurrbart, das sind mir die englischen Sanitäranlagen: Mit nie nachlassender Verwunderung frage ich mich, wie das kümmerliche Rinnsal, das eine Viertelstunde nach dem Kippen von Hebeln und Drehen von Knöpfen in Gang gesetzt wird, einen erwachsenen Mann nass machen oder einen erwachsenen Scheißhaufen wegspülen soll. Auch das Konzept "Porridge" wird ein ewiges Mysterium bleiben. Und natürlich habe ich mir mit dem ersten Löffel wieder gehörig das Maul verbrannt.

Wie

  386 Wörter       2 Minuten
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