Kommentar Kulturpolitik

Dachausbau statt Leuchtturm: Wien Museum ohne Vision


Matthias Dusini
Falter & Meinung | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Mit der Bestellung von Christian Kircher zum Chef der Bundestheaterholding signalisiert Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ), dass ihm korrekte Bilanzen über alles gehen. Die Zeit der schrägen Impresarios, wie ihn der flamboyante Vorgänger Kirchers, Georg Springer, symbolisierte, ist vorbei (siehe auch Seite 31): Vorstandskrawatte sticht Cocktailbar-Rollpulli.

Im Wien Museum hinterlässt Kircher nicht nur ein ausgeglichenes Budget, sondern auch eine inhaltliche Lücke. Bevor sich Wolfgang Kos in die Pension verabschiedete, bezeichnete er seinen kaufmännischen Direktor als zentrale Figur für den Neustart des Museums. Zuerst war Kircher für den Architekturwettbewerb verantwortlich, dann sollte er auch beim Ausbau des Haerdtl-Hauses die Fäden ziehen.

Sein vorzeitiger Abgang macht die Schwächen des Projekts Wien Museum neu deutlich. Zum einen ist die Finanzierung noch immer ungeklärt. Die Rede ist von einem Public-private-Partnership-Modell, das privaten Investoren die Errichtung überlässt.

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