Männer, die auf Frauen warten

Sie stehen vor Kaufhäusern, sind Kult auf Instagram und werden in manchen Einkaufszentren mit eigenen Männerzonen belohnt. Über ein Phänomen des Weihnachtsshoppings


Beobachtung: Lukas Matzinger
Stadtleben | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Weihnachten ist, wenn man das Haus aufputzt, liebe Menschen zusammenkommen und alle einander Gutes wollen. Und Weihnachten ist, wenn der Handel jubiliert, die Mahü nur mehr aus zwei Strömen besteht und enge Shoppingcenter-Übergänge zu gefährlichen Nadelöhren werden.

Da gibt es viele Männer, die das nicht so freut. Für die Weihnachtseinkäufe kein schönes Flanieren ist, sondern eine unter Müh und Schweiß zu absolvierende Tortur. Irgendwann im Laufe des Shopping-Jahrhunderts, das vor 15 Jahren geendet hat, hat es sich als probate Kulturtechnik erwiesen, diese Männer für die Dauer des Bummels einfach irgendwo abzustellen.

Neben den fest angebunden Hunden, die auf ihre Herrl warten, werden sie vor den automatischen Türen der Geschäfte geparkt und beschützen die Einkäufe des Tages vor Wind und Wetter. Sie sitzen auf einzelnen Sesseln in Parfümerien, um die herum ein gutes Dutzend Frauen mit besprühten Probestreifen wedelt. Sie hängen über den Geländern der Shoppingcenter,

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