Kolumne Außenpolitik

Das Ende der linken Ära in Lateinamerika und Kuba

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 51/15 vom 16.12.2015

Zwei Jahrzehnte lang regierten linke Volkstribune in Lateinamerika, Hoffnungsträger auch für europäische Linke. Sie haben das traumatische Erbe der Militärdiktaturen der 70er- und 80er-Jahre aufgearbeitet und die sozialen Verwüstungen neoliberaler Wirtschaftspolitik durch staatliche Lenkung gedämpft. Jetzt aber herrscht Endzeitstimmung.

Die Linksperonisten in Argentinien abgewählt von einem rechten Milliardär, dessen Familie durch Geschäfte mit der Militärdiktatur reich geworden ist. Die Nachfolgerin des charismatischen Lula in Brasilien versunken in einem Korruptionsskandal um den staatlichen Erdölkonzern. Der Chávez-Nachfolger in Venezuela bedroht durch eine konservative bis rechtsextreme Zweidrittelmehrheit im Parlament. Ecuadors Präsident Correa regiert immer autoritärer, und Evo Morales in Bolivien, der erste indigene Präsident, sichert sich das Recht auf Wiederwahl durch eine Verfassungsänderung. Die versprochene Verbindung von sozial gerechter Wirtschaft und demokratischer


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